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27.06.2011 - Muldental / Bennewitz / Grimma
Im Dauereinsatz: Etwa 200 Feuerwehrleute aus Bennewitz, Trebsen, Wurzen und Brandis beteiligten sich am Sonnabend in der Nähe von Grubnitz an einer ganztägigen Hochwasserschutz-Übung. Dabei trainierten die hochmotivierten Kameraden, wie sie im Ernstfall den Deich mit Sandsäcken sichern können. Hochwasserschutz-Übung von Kameraden aus Bennewitz, Trebsen, Wurzen und Brandis / Technisches Hilfswerk stellt zahlreiche Stationsleiter Grubnitz. Eben noch kämpfen sie in der Papierfabrik gegen die riesige Feuerwand - am Wochenende sind sie schon wieder auf dem Damm und verteidigen den Grubnitzer Deich: die nimmermüden Feuerwehrleute aus Trebsen, Seelingstädt, Neichen und Altenhain. Doch nicht nur sie proben den Hochwasser-Ernstfall. Auch Kameraden aus Wurzen, Bennewitz und Brandis rücken mit Einsatzautos an. So gilt frei nach Egon Olsen: Grubnitz sieht rot. "Das ist eine Premiere im Muldental. Nie zuvor habe ich bei einer Übung so viele Feuerwehren angeleitet", sagt Danny Beier vom Technischen Hilfswerk (THW). Der Ausbildungsbeauftragte vom Ortsverband Grimma bietet erfahrene Stationsleiter auf, um der Ströme zu beiden Seiten des Dammes Herr zu werden. Hüben wuseln 200 hochmotivierte Feuerwehrleute, drüben staut sich das Wasser bedrohlich.
Angenommenes Szenario: Die Mulde hat ihr Bett verlassen und drückt mit aller Macht gegen den Deich. Dieser droht zu brechen. Markus Lohse und Anne-Marie Dietzel bauen mit den Kameraden einen Gegendruck auf, stapeln auf ausgelegtem Flies jede Menge Sandsäcke. Nur ein paar Meter landeinwärts wird austretendes Wasser simuliert. Jörg Schabehorn und Swen Müller vom THW Eilenburg demonstrieren an der sprudelnden Quelle den Bau eines Ringdammes. In Sichtweite spielen die Feuerwehrleute zudem sämtliche Handgriffe für den Fall eines punktuellen Wasseraustritts aus dem Deich durch. Jens Seidel und Holger Voland lassen Sandsäcke im Halbrund um die Fontäne legen. Zuletzt wird der Damm auf 100 Metern Länge um 60 Zentimeter erhöht. Teamwork pur. Seit der Flut 2002 saniert das Land Sachsen etliche Deiche. Was die meisten nicht wüssten: Die neu gebaute Ortsumgehung von Bennewitz sei Straße und Deich zugleich, sagt Danny Beier vom THW. Eigentlich sei das Betreten der Dammkrone maximal Deichläufern oder Schafherden gestattet. Letztere verdichten mit ihren Hufen die so wichtige Grasnarbe. "Aber der Grubnitzer Deich wird in Kürze erneuert, daher dürfen unsere Wehren hier ausnahmsweise testen", informiert Uwe Fritsche von der Gemeinde Bennewitz, die die Übung technisch vorbereitete. Romy Sperling von der Stadtverwaltung Trebsen und Wurzens Stadtwehrleiter Thilo Bergt sind die Initiatoren des Manövers. Nach einer Fortbildung für Führungskräfte holen sie auch noch die Freunde aus Bennewitz und Brandis mit ins Boot.
Jürgen Veit von der Flussmeisterei schult am Grubnitzer Deich die gemeindlichen Deichläufer wie den Walziger Matthias Leipner. Derweil zeigt Alexander Ogrzal vom THW Grimma, wie Sandsäcke gefüllt werden - mit Sandboy, Verkehrskegel oder Sandsackbefüllmaschine aus dem Feuerwehrtechnischen Zentrum Trebsen. Apropos Trebsen: "Zur Sturmflut in Hamburg 1962 fuhr die volkseigene Zellstoff- und Papierfabrik Trebsen Extraschichten, um die Hamburger mit ordentlichen Säcken zu beliefern", weiß Alexander Ogrzal. "Jeden Sack bitte nur zu zwei Dritteln füllen und diesen in der Menschenkette niemals werfen! Immerhin, so ein Sack wiegt bis zu 20 Kilo. Mit dem Fangen ist das so eine Sache. Zehn Mal geht es gut. Beim elften Mal zieht's im Rücken."
Sie erweisen sich einmal mehr als die gute Seele des THW-Ortsverbandes: Koch Volkmar Steglich und seine Frau Christine. Die Suppe aus der Gulaschkanone ist heiß begehrt. Sonst macht Volkmar als Lokführer Dampf. "Ohne Mampf kein Kampf", lautet seine Losung am Wochenende.
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