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Feuerwehren wappnen sich für Ernstfall - Beitrag in Leipziger Volkszeitung vom 22.03.2011 E-Mail
Geschrieben von: Frank Schmidt by Leipziger Volkszeitung   

22.03.2011 - Muldental / Grimma / Trebsen

Aktiver Hochwasserschutz ist nicht nur, wenn Auspuffrohre von schwerer Technik qualmen, die gegenwärtig in Grimma am Bollwerk gegen eine neuerliche Flut im Einsatz ist. Hochwasserschutz ist auch, wenn die Köpfe von potenziellen Einsatzkräften qualmen. Etwa die von Kameraden der Feuerwehr in Trebsen, die sich für einen Lehrgang zu diesem Thema in ihrer Freizeit einen halben Tag "ans Bein gebunden" haben und im THW-Schulungszentrum in Grimma die Schulbank drückten.
Unter ihnen aber auch Kameraden von den benachbarten Feuerwehren in Altenhain, Bennewitz, Altenbach, Neichen und Pausitz, mit denen man im Einsatzfall schon in der Vergangenheit teilweise eine Allianz eingegangen war. Die etwa 40 Kameraden gehören jeweils den Führungsstäben in ihrer Wehr an und sie unterzogen sich zunächst einem fünfstündigen theoretischen Schulungsteil. Ein praktischer Teil ist für Ende Juni in Bennewitz geplant, an dem dann etwa 200 Feuerwehrkräfte beteiligt sein werden. Als Gastdozent sprach Jochen Donath vom THW Ortsverband Torgau, der sich mit seinen Ausführungen au.

Was ist ein Deich, seit wann gibt es ihn, wie ist er aufgebaut und welche Funktion hat er? Solche Fragen standen im Mittelpunkt. Darüber hinaus ging es um den Sandsackverbau an Deichen im Ernstfall. Wie wird der Bedarf dafür errechnet, wie viele Leute werden für ein effizientes Vorgehen gebraucht und was wird an Transportkapazitäten benötigt? Auch darauf gab es Antworten. "Es ist sehr viel Wissen aus einem umfangreichen Themenkomplex", meinte Denny Beier vom THW Grimma.
Deshalb bekam jeder Teilnehmer sozusagen als Hausaufgaben Broschüren und eine Informations-CD mit nach Hause, um in den eigenen Reihen der Kameraden das erlangte Wissen weitergeben zu können. Ziel sei es, ein einheitliches Handeln bei bestmöglicher Zusammenarbeit von Feuerwehren und THW zu erreichen. Was da so banal klingen mag, habe einen ernst zu nehmenden Hintergrund. "Im Ernstfall müssen die Einsatzkräfte die genauen Fachbegriffe zum Beispiel für Ortsangaben kennen und kommunizieren können", erklärte Beier, "damit sich auch Ortsfremde sofort Tag und Nacht zurechtfinden, auch wenn sie noch nie in dieser Region gewesen sind."

Unter den Schulungsteilnehmern waren mit Andreas Julius und Matthias Leipner aus Walzig auch zwei Deichläufer. Beide sind keine Angehörigen der Feuerwehr, aber ebenso ehrenamtlich aktiv dabei, wenn es in kritischen Situationen darum geht, Gefahrenstellen am Damm zu erkennen. Auch dafür werden fundierte Grundkenntnisse benötigt, sagte Beier. Und die können Julius und Leipner zukünftig auf ihrem etwa drei bis vier Kilometer langen Deichabschnitt zwischen Trebsen und Rothersdorf anwenden..
 
Text: Frank Schmidt by  Leipziger Volkszeitung - Muldentalzeitung vom 22.03.2011

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