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15.01.2011 - Muldental
Wieder Wochenende, wieder eine Welle: Wie vor einer Woche verschärft sich an diesem Sonnabend und Sonntag die Hochwassersituation. Im Unterlauf der Freiberger Mulde und in der Vereinigten Mulde müsse mit Wasserstandsanstiegen bis in den Bereich der höchsten Alarmstufe 4 gerechnet werden, teilte das Landeshochwasserzentrum in Dresden gestern am Nachmittag mit. Selbst auf dem Neujahrsempfang des Landkreises ging es gestern Abend um die Hochwassersituation. Landrat Gerhard Gey machte gleich zu Beginn deutlich, dass die Veranstaltung zwar wie geplant stattfinde. Allerdings sei selbstverständlich der Krisenstab aktiviert und arbeite im Hintergrund, um bei Bedarf schnell handeln zu können. Fachkräfte der Wasserbehörde das Umweltamtes sowie des Brand- und Katastrophenschutzes werden die Feuerwehren in den betroffenen Städten und Gemeinden durch Information und Organisation unterstützen.
Die Sorge um die Situation war nicht unbegründet. Am Pegel in Golzern war bereits gestern um 13 Uhr der Höchststand vom vergangenen Wochenende übertroffen. Während der Wasseranstieg am 9. Januar bei 4,43 Meter Halt gemacht hatte, waren gestern bereits 4,51 Meter erreicht - bei steigender Tendenz: Sowohl aus der Freiberger als auch aus der Zwickauer Mulde kündigte das Landeshochwasserzetrum erhebliche Zuflüsse an. Genau diese Sorte von Meldungen trieb gestern Wurzens Stadtwehrleiter Thilo Bergt die Sorgenfalten ins Gesicht. "Die Lage ist beunruhigend. Es fehlen noch 20 Zentimeter bis zur Hochwasserstufe 3", so Bergt am frühen Nachmittag. "Anrainer, die auf der Benachrichtigungsliste vermerkt sind, haben wir bereits informiert." Namentlich für Dehnitz könne es eng werden. Seine Leute seien jedenfalls in Bereitschaft.
Auch der Mühlbach war gestern Nachmittag stark angeschwollen. Für Burkartshain könne sich das als problematisch erweisen, weil der Mühlbach als "hilfreicher Puffer" bereits komplett gefüllt war. "Wir hoffen auf eine Stagnation und darauf, dass der Abfluss gewährleistet bleibt." Bauhofmitarbeiter seien im Einsatz, um Treibgut an neuralgischen Punkten zu bergen.
Auch in Grimma wurde die Lage als ernst eingeschätzt. "Wir behalten die Pegel genau im Auge", erklärte Oberbürgermeister Matthias Berger. Alle zur Verfügung stehenden Informationen würden eingeholt und sorgfältig ausgewertet. Und alle, die im Krisenfall gebraucht würden, seien vorinformiert. Durch übertriebenen Aktionismus dürfe aber auch keine Panik verbreitet werden. Er selbst ging aufgrund der ihm vorliegenden Fakten davon aus, dass am gestrigen Abend der Höchststand erreicht würde im Bereich zwischen Alarmstufe drei und vier. "Ich denke, dass wir gerade noch verschont werden vor Schlimmeren", sagte Berger und verwendete den Begriff "Oberkante Unterlippe".
Die Bürger können sich unter der Telefonnummer 03437/9 84 22 22 zur aktuellen Hochwasser-Situation und insbesondere zu notwendigen Schutzmaßnahmen informieren.
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